Hufschutz finden: So messen Sie den Huf richtig aus

Ein Zollstock, ein frisch ausgeschnittener Huf und zwei Minuten. Mehr braucht es nicht, um die richtige Größe zu bestimmen.

Trotzdem geht dabei mehr schief als bei jedem anderen Schritt – meist, weil zum falschen Zeitpunkt gemessen wird.

Gemessen wird nach der Bearbeitung, nicht davor. Alles Weitere folgt daraus.

Wichtige Erkenntnisse

  • Zwei Maße genügen: die Breite an der breitesten Stelle und die Länge von der Hufspitze zum Trachtenende.
  • Nach dem Ausschneiden messen. Ein überlanger Huf liefert ein Maß, das nach dem Termin nicht mehr stimmt.
  • Der Huf muss belastet stehen. Ein angehobener Huf misst sich schmaler als einer, auf dem das Pferd steht.
  • Im Zweifel am Beschlagtermin messen. Der Fachmann hat den Huf ohnehin in der Hand.
  • Jeder Huf einzeln. Vorderhufe sind in der Regel runder und breiter als Hinterhufe.
  • Fünf Größen von 120 bis 160 Millimeter Breite decken den überwiegenden Teil der Hufe ab.

Der Zwei-Komponenten-Hufschutz In fünf Größen von 120 bis 160 Millimeter Breite, mit auswechselbarem Zubehör.

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Welche zwei Maße brauchen Sie?

Breite und Länge – mehr nicht. Die Breite wird an der breitesten Stelle des Hufs quer gemessen, die Länge von der Hufspitze bis zum Ende der Trachten. Aus diesen beiden Werten ergibt sich die Größe. Alles andere, etwa Hufwinkel oder Sohlenwölbung, spielt für die Größenwahl keine Rolle.

Es gibt zwei gebräuchliche Wege, dieselben Maße zu nehmen:

WegWie gemessen wirdWann er sich anbietet
Längsmaßvon der Hufspitze bis zum TrachtenendeStandardfall, schnell und eindeutig
Quermaßbreiteste Stelle plus Maß von der Hufspitze zur Eckstrebewenn die Trachten schwer abzugrenzen sind

Beide Wege stehen auch auf unserer Größentabelle mit Skizze. Wichtig ist nur, dass Sie den einmal gewählten Weg für alle vier Hufe gleich anwenden.

Notieren Sie die Werte einzeln je Huf. Vorne und hinten unterscheiden sich fast immer, links und rechts oft ebenfalls.

Schematische Zeichnung eines Pferdehufs von unten mit eingezeichneten Massen fuer Laenge und Breite zur Bestimmung der Hufschutzgroesse.

Wie messen Sie den Huf richtig aus?

In vier Schritten, direkt nach der Hufbearbeitung. Der Zeitpunkt ist der häufigste Fehler: Ein Huf kurz vor dem Termin ist länger und flacher als derselbe Huf danach. Wer vorher misst, bestellt für einen Zustand, den es nach dem Termin nicht mehr gibt.

  1. Huf auskratzen und säubern. Erdreste an den Trachten verfälschen die Länge.
  2. Pferd gerade und belastet hinstellen, auf ebenem, festem Boden.
  3. Breite messen: quer über die breiteste Stelle der Hufkapsel.
  4. Länge messen: von der Hufspitze bis zum hinteren Ende der Trachten.

Ein steifes Maßband oder ein Zollstock ist einem weichen Bandmaß vorzuziehen, weil es sich nicht an die Rundung anschmiegt und dadurch zu große Werte liefert.

Messen Sie zweimal und notieren Sie den kleineren Wert nicht. Notieren Sie beide und nehmen Sie den Mittelwert, wenn sie um mehr als zwei Millimeter auseinanderliegen.

Ein weisses Pony steht auf einer taufeuchten Weide neben einem alten Baumstamm und blickt aufmerksam zur Kamera, dahinter Nebel.

Welche Größe gehört zu welchem Maß?

Die Breite bestimmt die Größe, die Länge bestätigt sie. Die fünf verfügbaren Größen sind nach der Breite in Millimetern benannt. Zu jeder Breite gehört eine Längenspanne. Passt die gemessene Länge in diese Spanne, ist die Größe bestätigt – passt sie nicht, liegt der Huf zwischen zwei Größen.

GrößeBreitePassende Länge
120120 mm128–134 mm
130130 mm139–146 mm
140140 mm149–159 mm
150150 mm162–171 mm
160160 mm174–182 mm

Die Längenangabe schließt den festen Aufzug an der Zehe mit ein. Ebenfalls in der Größentabelle angegeben sind die Stärke des Trägerkörpers und die Höhe des Verschleißbelags.

Ponys und Kleinpferde liegen häufig unter der kleinsten Größe. Was dann möglich ist, steht in unserem Beitrag zum Hufschutz für kleine Hufe.

Direkt in der Tabelle nachsehen

Breite und Länge eintragen und ablesen – mit Skizze zu beiden Messwegen und allen technischen Maßen.

Zur Größentabelle
Schematische Zeichnung eines Pferdehufs von unten mit farbig eingezeichneter Laengs- und Querachse zur Bestimmung der Hufschutzgroesse.

Was tun, wenn der Huf zwischen zwei Größen liegt?

Nicht raten, sondern zuerst die Ursache klären. Ein Huf, dessen Länge nicht zur gemessenen Breite passt, ist entweder ungewöhnlich geformt, noch nicht fertig bearbeitet oder schlicht falsch gemessen worden. Genau in dieser Reihenfolge lohnt sich das Nachsehen, bevor eine Größe bestellt wird.

BefundWahrscheinliche UrsacheWas hilft
Länge deutlich über der Spannevor der Bearbeitung gemessennach dem Termin neu messen
Länge deutlich unter der SpanneTrachten stark untergeschobenmit dem Hufschmied besprechen
Breite passt, Länge knapp danebenMessfehler von wenigen Millimeternzweite Messung, Mittelwert bilden
Vorn und hinten sehr unterschiedlichnormal, keine Auffälligkeitje Huf einzeln bestellen

Bei deutlich abweichender Hufform gehört die Frage zum Hufschmied. Er sieht, ob die Form korrigierbar ist oder ob sie so bleibt.

Eine zu große Größe ist kein Kompromiss. Sie sitzt nicht sicher und beansprucht die Befestigung ungleich.

Eine Hand haelt den Huf eines Pferdes mit angebrachtem bernsteinfarbenem Hufschutz und anthrazitfarbenen Einlagen im Gegenlicht.

Welche Fehler verfälschen die Messung am häufigsten?

Fünf, und alle lassen sich vermeiden. Sie kosten nicht nur eine Rücksendung, sondern führen im schlimmsten Fall zu einem Hufschutz, der schlecht sitzt. Da alle fünf mit dem Zeitpunkt oder der Haltung des Pferdes zusammenhängen, sind sie leicht zu umgehen.

  • Vor der Bearbeitung gemessen. Das häufigste Problem überhaupt.
  • Huf angehoben gemessen. Unbelastet fällt die Kapsel schmaler aus.
  • Weiches Bandmaß über die Rundung geführt. Das Ergebnis fällt zu groß aus.
  • Erd- und Mistreste an den Trachten. Die Länge wird überschätzt.
  • Ein Huf gemessen, vier Größen bestellt. Die Hufe unterscheiden sich.

Ein Foto vom Huf von unten, mit einem Zollstock daneben, hilft bei Rückfragen ungemein – gerade wenn der Hufschmied nicht dabei war.

Wer unsicher ist, misst am Termin gemeinsam mit dem Fachmann. Das dauert zwei Minuten und erspart das Raten.

Eine Person haelt den Huf eines Pferdes und setzt einen bernsteinfarbenen Hufschutz mit blauen Einlagen an, Aufnahme auf gepflastertem Hof.

Wann brauchen Sie überhaupt keinen neuen Hufschutz?

Wenn der Huf mit dem zurechtkommt, was er hat. Ein Pferd, das barhuf auf seinem üblichen Untergrund fühllos läuft, gesunde Hornqualität zeigt und keine wiederkehrenden Ausbrüche hat, braucht keinen Systemwechsel. Die Größenfrage stellt sich erst, wenn es einen Grund für den Wechsel gibt.

Solche Gründe sind zum Beispiel:

  • Fühligkeit auf Schotter oder hartem Boden, die die Arbeit einschränkt
  • eine brüchige Wand, in der Nägel keinen sicheren Halt mehr finden
  • deutlich mehr Streckenleistung auf befestigten Wegen als bisher
  • eine orthopädische Vorgabe aus der Behandlung

Passendes Zubehör gleich mitdenken

Stollen, Mikrospikes und Klebelaschen passen zur gewählten Größe – im Shop nach Bedarf zusammenstellbar.

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Der letzte Punkt gehört ausdrücklich zu Tierarzt und Hufschmied. Bei einem Befund am Huf entscheidet der Behandlungsplan, nicht die Größentabelle.

Bernsteinfarbener Zwei-Komponenten-Hufschutz von vorn mit anthrazitfarbenen Gummieinlagen und sichtbaren Messinggewinden auf Weiss.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie messe ich den Huf meines Pferdes für Hufschutz aus?

Mit zwei Maßen: die Breite quer über die breiteste Stelle der Hufkapsel und die Länge von der Hufspitze bis zum hinteren Ende der Trachten. Gemessen wird nach dem Ausschneiden, am belastet stehenden Pferd auf festem, ebenem Boden, jeder Huf einzeln.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Messen?

Direkt nach der Hufbearbeitung. Vor dem Termin ist der Huf länger und flacher, das Maß passt danach nicht mehr. Am einfachsten messen Sie gemeinsam mit dem Hufschmied, der den Huf ohnehin in der Hand hat und die endgültige Form kennt.

Welche Größen gibt es beim DynamixIHT?

Fünf Größen, benannt nach der Breite in Millimetern: 120, 130, 140, 150 und 160. Zu jeder Breite gehört eine Längenspanne, beim 140er zum Beispiel 149 bis 159 Millimeter. Die Längenangabe schließt den festen Aufzug an der Zehe mit ein.

Was mache ich, wenn Länge und Breite nicht zusammenpassen?

Zuerst prüfen, ob nach der Bearbeitung gemessen wurde und ob der Huf dabei belastet stand. Bleibt die Abweichung, messen Sie ein zweites Mal und bilden den Mittelwert. Weicht die Hufform deutlich ab, klären Sie das mit dem Hufschmied, bevor Sie bestellen.

Brauchen Vorder- und Hinterhufe dieselbe Größe?

In der Regel nicht. Vorderhufe sind meist runder und breiter, Hinterhufe schmaler und länglicher. Messen Sie deshalb jeden Huf einzeln und notieren Sie die Werte getrennt. Auch links und rechts unterscheiden sich bei vielen Pferden um einige Millimeter.