Auf dem Reitweg hört man nichts. Sobald das Pferd auf den asphaltierten Zufahrtsweg tritt, klackt jeder Tritt durch den ganzen Hof.
Der Unterschied ist hörbar – und er ist messbar. Nur sitzt er nicht dort, wo die meisten ihn vermuten.
Der größte Teil der Erschütterung wird im Huf selbst abgebaut, nicht im Bein darüber. Das ändert, worauf es beim Hufschutz ankommt.
Wichtige Erkenntnisse
- Zwei Drittel der Dämpfung passieren im Huf. Zwischen Hufwand und Hufbein verschwindet der größte Teil der Aufprallschwingung, lange bevor sie das Fesselgelenk erreicht.
- Ein Beschlag erhöht die Schwingung an der Hufwand. Im Versuch lag sie beschlagen höher als unbeschlagen – oberhalb des Fesselbeins war der Unterschied verschwunden.
- Der Werkstoff ist messbar relevant. Auf Asphalt bremsten Hufe mit Polyurethan-Auflage weniger abrupt ab als mit blankem Stahl.
- Die Zahlen stammen aus kleinen Gruppen. Vier bis dreizehn Pferde je Untersuchung. Das sind Hinweise, keine Beweise.
- „Über 90 Prozent Stoßdämpfung“ ist eine Herstellerangabe. In der zitierten Arbeit der Colorado State University steht diese Zahl nicht.
- Der Boden schlägt jeden Beschlag. Kein Hufschutz gleicht aus, was harter Untergrund über Jahre einträgt.
Der Zwei-Komponenten-Hufschutz Stabiler Trägerkörper mit dämpfenden Polstern an Tragrand und Trachten.
Zum DynamixIHTprimeWo wird die Erschütterung im Pferdebein abgebaut?
Zum größten Teil ganz unten. Eine Arbeitsgruppe der Universität Utrecht hat den Aufprall an dreizehn Vordergliedmaßen gleichzeitig an Hufwand, Hufbein, Kron- und Fesselbein sowie am Röhrbein gemessen. Rund zwei Drittel der Dämpfung entstanden zwischen Hufwand und Hufbein. Weiter oben blieb wenig übrig.
Die Verteilung ist deutlich:
| Messort | Anteil an der Dämpfung |
|---|---|
| Übergang Hufwand zu Hufbein | rund 67 Prozent |
| Hufgelenk | 6 Prozent |
| Krongelenk | 6 Prozent |
| Fesselgelenk | 9 Prozent |
| Rest am Röhrbein | rund 13 Prozent der Ausgangsamplitude |
Nachzulesen bei Willemen, Savelberg und Barneveld, Equine Veterinary Journal 1999. Es handelt sich um einen Versuch an abgesetzten Gliedmaßen, nicht am laufenden Pferd.
Was folgt daraus praktisch? Alles, was die Struktur zwischen Hufwand und Hufbein betrifft – Hornqualität, Sohlenstärke, Strahlpolster, Hufbearbeitung – wirkt an der Stelle, an der die Dämpfung tatsächlich stattfindet.
Ein Beschlag sitzt außerhalb dieser Zone. Er kann sie entlasten oder stören, aber er ersetzt sie nicht.

Erhöht ein Beschlag die Erschütterung am Huf?
An der Hufwand ja, weiter oben nicht mehr. In derselben Utrechter Untersuchung lag die Schwingungsamplitude an der Hufwand beschlagen höher als unbeschlagen. Zwischen den geprüften Eisentypen fand sich kein Unterschied. Auf Höhe des Fesselbeins war der Abstand zwischen beschlagen und unbeschlagen verschwunden (Willemen et al. 1999).
Der Aufschlag an der Hufwand lag bei etwa 15 Prozent.
Das ist ein doppelt nützlicher Befund, weil er in beide Richtungen ernüchtert. Wer behauptet, ein Eisen zerstöre den Bewegungsapparat durch Erschütterung, überzieht: oben kommt der Unterschied nicht an. Wer behauptet, ein dämpfender Beschlag rette das Gelenk, überzieht ebenso.
Die Wirkung des Beschlags liegt im Huf, nicht im Sprunggelenk.
Ein zweiter Punkt gehört dazu. Ein genagelter Beschlag begrenzt die Trachtenweitung. An der Universität Gent wurden acht Pferde mit sechzehn Vorderhufen auf dem Laufband gemessen – barhuf, mit konventionellem Eisen und mit einem an der Zehe geteilten Eisen. Unter dem konventionellen Eisen weiteten sich die Trachten in allen Gangarten signifikant weniger als barhuf (Brunsting et al., The Veterinary Journal 2019).
Weniger Weitung heißt: weniger Federweg genau in der Zone, in der die zwei Drittel Dämpfung entstehen. Mehr zur Mechanik dahinter steht in unserem Beitrag zur natürlichen Hufmechanik.

Was ändert ein dämpfender Werkstoff gegenüber Stahl?
Er verändert die Art, wie der Huf aufsetzt. An der Veterinärmedizinischen Universität Wien trabten vier Pferde über eine Asphaltstrecke, einmal mit Stahleisen mit Stollen, einmal mit stahlbasiertem Beschlag mit Polyurethan-Auflage. Gemessen wurde mit Beschleunigungssensoren direkt am Huf (Moore, Zsoldos und Licka, Animals 2019).
| Messgröße | Stahl | mit Polyurethan |
|---|---|---|
| Abbremsung beim Auffußen (10. Perzentil) | −2,77 g | −2,46 g |
| Beschleunigung nach dem Abfußen (90. Perzentil) | 1,32 g | 1,86 g |
| Geschwindigkeit im Trab (Median) | 3,67 m/s | 4,15 m/s |
| Tritte auf 32 Metern (Median) | 13 | 12,25 |
Die Pferde fußten mit der gedämpften Variante weniger schroff auf, schoben stärker ab und gingen dabei größere Tritte.
Vier Pferde sind vier Pferde. Die Autoren nennen die kleine Gruppe, den einzigen Untergrund und die fehlende Lahmheitsuntersuchung selbst als Einschränkung. Der Befund passt zur Physik weicher Werkstoffe, beweist aber keinen Gesundheitsvorteil über Jahre.
Dämpfung, wo sie hingehört
Der DynamixIHTprime kombiniert einen tragenden Kern mit elastischen Polstern an Tragrand und Trachten – dort, wo der Huf aufsetzt.
Zum DynamixIHTprime
Wie belastbar ist die Angabe „über 90 Prozent Stoßdämpfung“?
Es ist eine Herstellerangabe, kein Studienergebnis. Wir nennen sie auf unserer eigenen Seite, und wir haben nachgesehen, worauf sie sich stützt. Die dort verlinkte Arbeit der Colorado State University berichtet diesen Wert nicht. Er steht weder in den Ergebnissen noch in der Zusammenfassung der Arbeit.
Was in der auf unserer Seite dokumentierten Arbeit tatsächlich berichtet wird:
- geringere klinische Lahmheit gegenüber unbeschlagenen Pferden, in beiden Versuchsphasen
- deutlich verringerte Kompression am seitlichen Kronrand bei unbalancierten Hufen
- die höchste Bodenreaktionskraft in der Dynamix-Gruppe
- häufigere Lahmheit, wenn die seitlichen Aufzüge fehlten
Dazu gehört die Einordnung: Es ist eine Masterarbeit von V. Perino aus dem Jahr 2002 mit sechs Pferden, nicht begutachtet in einer Fachzeitschrift veröffentlicht.
| Aussage | Wie sie einzuordnen ist |
|---|---|
| „Über 90 Prozent Stoßdämpfung“ | Herstellerangabe, nicht Befund der zitierten Arbeit |
| „Zwei Drittel leichter als Eisen“ | Herstellerangabe, am Einzelstück nachwiegbar |
| Weniger Lahmheit gegenüber barhuf | berichtet, aber sechs Pferde und nicht begutachtet |
| „Wissenschaftlich bestätigt“ | in dieser Form nicht haltbar |
Wir schreiben das lieber selbst, als es uns vorhalten zu lassen. Ein Prozentwert ohne nachvollziehbare Messmethode ist eine Zahl, kein Beleg – auch dann, wenn er auf der eigenen Produktseite steht.

Welche Rolle spielt der Untergrund gegenüber dem Beschlag?
Eine größere als der Beschlag selbst. Der Wiener Versuch fand bewusst auf Asphalt statt, weil dort die Unterschiede überhaupt sichtbar werden. Auf Sand oder Grasnarbe verschwimmt der Effekt, weil der Boden bereits einen Großteil der Verformungsarbeit übernimmt. Der Untergrund entscheidet über die Größenordnung.
Für den Alltag ergibt sich eine klare Rangfolge:
- Wegstrecke wählen. Der Feldweg neben der Straße ist die wirksamste Dämpfung, die zur Verfügung steht.
- Tempo auf hartem Boden herausnehmen. Trab auf Asphalt kostet mehr, als jede Materialwahl einbringt.
- Bearbeitungsintervall kurz halten. Ein überlanger Huf verändert die Hebel und damit die Belastung.
- Dann erst über den Werkstoff nachdenken.
Diese Reihenfolge steht in keinem Verkaufsprospekt, weil sie nur an einer Stelle etwas zu verkaufen hat. Sie stimmt trotzdem.
Wer viel auf befestigten Wegen unterwegs ist, gewinnt am meisten – dort liegt der Unterschied zwischen den Werkstoffen, den die Wiener Gruppe gemessen hat.

Woran merken Sie, dass die Belastung zu hoch wird?
An Veränderungen im Gang und am Horn, nicht an einer Kennzahl. Erschütterung lässt sich im Stall nicht messen. Beobachten lassen sich die Folgen: ein Pferd, das auf hartem Boden anders geht als auf weichem, wiederkehrende Fühligkeit, warme Hufe nach der Arbeit, ausbrechendes Horn am Tragrand.
| Beobachtung | Was näher anzusehen ist |
|---|---|
| Klamm auf Schotter, frei auf Sand | Sohlenstärke, Hufbearbeitung, Beschlagsitz |
| Kürzere Tritte nach der Straßenrunde | Streckenwahl und Tempo überdenken |
| Wärme im Huf und vermehrte Pulsation | Entzündungsgeschehen – nicht abwarten |
| Horn bröckelt am Tragrand aus | Hornqualität und Intervall prüfen |
Für die Grundlagen zur Fühligkeit haben wir Lahmheit vorbeugen ausführlicher aufgeschrieben.
Passt der Hufschutz zu Ihrem Pferd?
Die Größentabelle zeigt in zwei Minuten, welche Größe zur gemessenen Huflänge und -breite passt.
Zur GrößentabelleBei anhaltender oder wiederkehrender Lahmheit gehört das Pferd untersucht. Diagnose und Behandlung sind Sache von Tierarzt und Hufschmied, nicht eines Ratgebertextes.

FAQ – Häufig gestellte Fragen
Wo wird die Erschütterung beim Pferd tatsächlich gedämpft?
Überwiegend im Huf selbst. In einer Utrechter Untersuchung an dreizehn Vordergliedmaßen entstanden rund zwei Drittel der Dämpfung am Übergang von Hufwand zu Hufbein. Am Röhrbein kam nur noch ein kleiner Teil der ursprünglichen Amplitude an. Die Gelenke darüber trugen jeweils nur wenige Prozentpunkte bei.
Dämpft ein Kunststoffbeschlag besser als ein Eisen?
Auf hartem Boden spricht die vorhandene Messung dafür. Vier Pferde fußten auf Asphalt mit einer Polyurethan-Auflage weniger abrupt auf als mit blankem Stahl und schoben stärker ab. Die Gruppe war klein und es wurde nur eine Strecke geprüft. Ein belegter Gesundheitsvorteil über Jahre folgt daraus nicht.
Stimmt die Angabe von über 90 Prozent Stoßdämpfung?
Es handelt sich um eine Herstellerangabe. In der auf unserer Seite dokumentierten Arbeit der Colorado State University wird dieser Wert nicht berichtet. Dort genannt werden geringere Lahmheit gegenüber unbeschlagen und weniger Kompression am seitlichen Kronrand – aus einer Masterarbeit mit sechs Pferden, die nicht begutachtet veröffentlicht wurde.
Erhöht ein Beschlag die Erschütterung im Bein?
An der Hufwand ja, weiter oben nicht messbar. Beschlagene Hufe zeigten dort eine höhere Schwingungsamplitude als unbeschlagene. Auf Höhe des Fesselbeins und am Röhrbein war der Unterschied zwischen beschlagen und unbeschlagen nicht mehr nachweisbar. Zwischen verschiedenen Eisentypen fand sich kein Unterschied.
Was senkt die Belastung am meisten?
Die Wahl des Untergrunds. Ein Feldweg statt Asphalt verändert die Größenordnung stärker als jeder Wechsel des Beschlagmaterials. Danach folgen Tempo auf hartem Boden und ein kurzes Bearbeitungsintervall. Der Werkstoff des Hufschutzes kommt in dieser Rangfolge erst an vierter Stelle.