Auf dem Paddock steht die Heuraufe, und drei Pferde wollen gleichzeitig an dieselbe Seite. Die Stute legt die Ohren an, der Wallach weicht nicht, und dann geht es schnell: ein Ausschlagen, ein dumpfer Schlag, ein Pferd, das auf drei Beinen stehen bleibt.
Ob dieser Tritt eine Prellung hinterlässt oder einen Knochenbruch, entscheidet sich in wenigen Millisekunden. Und es entscheidet sich nicht nur an der Kraft des tretenden Pferdes, sondern an dem, was an seinem Huf sitzt.
Ein simulierter Tritt mit Stahl oder Aluminium am Huf bricht im Versuch drei von vier Röhrenknochen. Derselbe Tritt mit Polyurethan oder blankem Horn bricht keinen. Das ist der Kern dessen, was über Hufschutz in der Gruppenhaltung bekannt ist – und der Rest dieses Beitrags ordnet ein, was diese Zahl bedeutet und was nicht.
Wichtige Erkenntnisse
- Tritte sind die häufigste Ursache für Knochenbrüche beim Pferd. An der Pferdeklinik der Universität Zürich gingen 43,6 Prozent von 1.144 Frakturen mit bekannter Ursache auf den Tritt eines anderen Pferdes zurück; 44,7 Prozent dieser Trittfrakturen waren offen [1].
- Trittverletzungen sind in der Gruppenhaltung seltener als befürchtet. In einer repräsentativen Schweizer Befragung zu 2.912 Pferden betrafen Biss- und Trittverletzungen 1,7 Prozent aller Tiere [2].
- Das Material am Huf entscheidet über Bruch oder Prellung. Bei 8 m/s brachen im Fallversuch 75 Prozent der Knochen unter Stahl und 81 Prozent unter Aluminium – unter Polyurethan und Hufhorn keiner [3].
- Das gilt auch für den Kopf. Ein simulierter Tritt gegen die Augenhöhle brach sie mit Stahl in 70,6 Prozent der Fälle, mit Horn in 23,5 Prozent [4].
- Nicht das Gewicht, die Härte ist der Hebel. Geprüft wurde das Material der Aufschlagfläche, nicht die Masse des Beschlags. Leichtes Aluminium brach nicht seltener als Stahl [3].
- Die Herde selbst ist der größere Schutz. Die meisten neuen Verletzungen nach dem Zusammenstellen von 61 Gruppen waren geringfügig [5]; 18 Prozent der Verletzungen fielen mit einem Wechsel der Haltung zusammen [2].
Der Zwei-Komponenten-Hufschutz Tragender Kunststoffkern mit Polstern aus thermoplastischem Polyurethan an Tragrand und Trachten – statt Eisen am Huf.
Zum DynamixIHTprimeWie häufig verletzen sich Pferde in der Gruppenhaltung durch Tritte?
Seltener, als die Sorge vieler Halter vermuten lässt. Eine repräsentative Befragung von Pferdehaltern in der Schweiz erfasste 2.912 Pferde mit 897 tierärztlich diagnostizierten Erkrankungen und Verletzungen. 50 der 231 Verletzungen gingen auf einen Biss oder Tritt eines anderen Pferdes zurück – das betraf 1,7 Prozent aller erfassten Pferde [2].
Die Sorge ist trotzdem verbreitet. In einer Befragung von 3.229 Pferdehaltern in Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden mit 17.248 Pferden nannten 45 Prozent das Verletzungsrisiko als Bedenken gegen die Gruppenhaltung – und zugleich stimmten 86 Prozent zu, dass Gruppenhaltung dem Wohlbefinden nützt [6]. Nur 8 Prozent der Pferde wurden nie in Gruppen gehalten [6].
Was passiert, wenn Gruppen tatsächlich neu zusammengestellt werden, hat eine Untersuchung an 61 Pferdegruppen in denselben vier Ländern festgehalten. Verletzungen wurden vor dem Zusammenstellen, am Tag danach und vier Wochen später erfasst. Die meisten neuen Verletzungen waren geringfügig und saßen an Kopf, Brust, Hinterbeinen und Kruppe. Islandpferde hatten nach dem Mischen weniger neue Verletzungen als Warmblüter. Die Autoren halten die Sorge vor schweren Verletzungen in der Gruppenhaltung für wahrscheinlich überschätzt [5].
| Befund | Zahl | Beleg |
|---|---|---|
| Pferde mit Biss- oder Trittverletzung im Erhebungszeitraum | 1,7 Prozent von 2.912 Pferden | [2] |
| Anteil Biss und Tritt an allen Verletzungen | 21,6 Prozent von 231 Verletzungen | [2] |
| Risiko bei Warmblut, Vollblut und Araber gegenüber anderen Rassen | 4,3-fach | [2] |
| Verletzungen im Zusammenhang mit einem Haltungswechsel | 18 Prozent | [2] |
| Halter, die das Verletzungsrisiko als Bedenken nennen | 45 Prozent von 3.229 Befragten | [6] |
Die Zahlen sind kein Freibrief. Sie sagen, dass ein Tritt in der Herde ein seltenes Ereignis ist. Was sie nicht sagen: wie schwer er ausgeht, wenn er trifft. Das entscheidet sich woanders.

Warum enden Tritte so oft mit einem Knochenbruch?
Weil die Energie eines Tritts auf eine kleine Fläche trifft. Die Pferdeklinik der Universität Zürich hat 1.144 Frakturen mit bekannter Ursache aus den Jahren 1990 bis 2014 ausgewertet. 43,6 Prozent stammten vom Tritt eines anderen Pferdes. Trittfrakturen waren zu 44,7 Prozent offen und betrafen zu 85,6 Prozent Knochen der Gliedmaßen [1].
Insgesamt erholten sich 70,1 Prozent der Pferde mit Fraktur. Hochgradige Lahmheit und starke Zersplitterung verschlechterten die Aussichten [1]. Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass es sich um eine Klinikpopulation handelt: Kleine Brüche, die nie in die Klinik kamen, und katastrophale Brüche, die sofort zur Euthanasie führten, fehlen in dieser Zahl.
Was ein Tritt physikalisch tut, ist einfach zu beschreiben. Der Huf beschleunigt auf mehrere Meter pro Sekunde und trifft mit seiner Kante oder dem Beschlag auf einen Knochen, der direkt unter der Haut liegt – Röhrbein, Unterarm, Schienbein, Schädel. Dort gibt es keine Muskelschicht als Polster. Die gesamte Energie geht in wenigen Millisekunden in eine Fläche von wenigen Quadratzentimetern.
Das gilt nicht nur für Pferde. An einem deutschen Unfallzentrum entstanden 71,8 Prozent von 138 pferdebedingten Gesichtsfrakturen bei 71 Patienten durch einen Tritt, überwiegend beim Umgang vom Boden aus [7]. Wer in der Herde füttert, mistet oder ein Pferd herausholt, steht im selben Radius wie die Herdengenossen.
Ein Pferd, das nach einem Tritt lahmt, eine Schwellung zeigt oder eine Wunde über einem Knochen hat, gehört noch am selben Tag zum Tierarzt. Ob ein Riss im Knochen vorliegt, klärt nur die Bildgebung – nicht der Blick auf die Schwellung. Ein Ratgebertext ersetzt diese Untersuchung nicht. Wie Sie Lahmheit früh erkennen, steht in unserem Beitrag Lahmheit vorbeugen.
Welchen Unterschied macht das Material am Huf beim Tritt?
Den Unterschied zwischen Bruch und Prellung. An der Universität Zürich wurden 64 Speichen und Schienbeine von Pferden in einem Fallversuch getroffen – mit einem Schlagkörper, dessen Kopf aus Stahl, Aluminium, Polyurethan oder Hufhorn bestand. Bei 8 m/s brachen unter Stahl 75 Prozent der Knochen, unter Aluminium 81 Prozent, unter Polyurethan und Horn keiner [3].
Erst bei 12 m/s – einer Geschwindigkeit, die nur mit den weichen Materialien geprüft wurde – brachen auch unter Polyurethan 25 Prozent und unter Hufhorn 12,5 Prozent der Knochen. Spitzenkraft und Dauer des Aufpralls unterschieden sich zwischen den harten Materialien Stahl und Aluminium und den weichen Materialien Polyurethan und Horn signifikant [3]. Die erzeugten Brüche glichen klinischen Fällen; die Autoren halten den simulierten Tritt deshalb für realistisch [3].
| Material am Schlagkörper | Bruchwahrscheinlichkeit bei 8 m/s | bei 12 m/s |
|---|---|---|
| Stahl | 75 Prozent | nicht geprüft |
| Aluminium | 81 Prozent | nicht geprüft |
| Polyurethan | 0 Prozent | 25 Prozent |
| Hufhorn, unbeschlagen | 0 Prozent | 12,5 Prozent |
Fallversuch an 64 Speichen und Schienbeinen, ex vivo [3].
Dieselbe Arbeitsgruppe hat den Versuch am Schädel wiederholt. 34 Augenhöhlen von Pferdekadavern wurden bei 7 m/s mit einem Stahl- oder einem Hornkopf getroffen. Mit Stahl brach die Augenhöhle in 70,6 Prozent der Fälle, mit Horn in 23,5 Prozent; die Brüche unter Stahl waren nach Einschätzung der Autoren schwerer [4]. Sie leiten daraus ab, dass unbeschlagene Pferde das Verletzungsrisiko ihrer Nachbarn in der Gruppenhaltung senken.
Was diese Versuche nicht zeigen: Sie fanden an Knochen im Labor statt, nicht an lebenden Pferden mit Haut, Muskel und Ausweichbewegung. Sie prüften ein bestimmtes Polyurethan-Beschlagsystem, nicht jeden Kunststoffbeschlag – und nicht den DynamixIHT. Was sie zeigen, ist die Richtung: Ein weiches Material an der Aufschlagfläche verteilt den Aufprall über mehr Zeit, und das reicht im Versuch, um aus einem Bruch eine Prellung zu machen. Denselben Mechanismus beschreiben wir für das Auffußen im Beitrag zur Stoßdämpfung am Pferdehuf.
Polyurethan dort, wo der Huf auftrifft
Der DynamixIHTprime trägt an Tragrand und Trachten Polster aus thermoplastischem Polyurethan auf einem Kunststoffkern – kein Eisen und kein Aluminium am Huf.
Zum DynamixIHTprime
Leichter oder weicher – worauf kommt es beim Hufschutz in der Herde an?
Auf die Härte der Aufschlagfläche, nicht auf das Gewicht. In den Zürcher Versuchen wurde das Material des Schlagkopfes verglichen, nicht das Gewicht eines Beschlags. Der Unterschied zwischen Bruch und Prellung entstand dadurch, wie hart die Fläche war, die den Knochen traf. Das leichte Aluminium brach nicht seltener als Stahl [3].
Das Thema heißt in vielen Köpfen „leichter Hufschutz“. Das ist nicht falsch, aber es zielt auf den falschen Mechanismus. Aluminium ist deutlich leichter als Stahl und schnitt im Versuch nicht besser ab [3]. Leicht ist ein Vorteil für das Pferd, das den Beschlag trägt; weich ist der Vorteil für das Pferd, das getroffen wird.
Der Gewichtsvorteil ist trotzdem real, nur an anderer Stelle. Sechs Pferde trugen 2,4 Kilogramm entweder auf dem Rücken oder verteilt auf die Hufe: Am Huf stieg der Energieumsatz um 6,7 Prozent, auf dem Rücken um eine Größenordnung weniger [8]. Nach Angaben des Herstellers ist der DynamixIHT rund zwei Drittel leichter als ein vergleichbares Eisen; unabhängig nachgewogen haben wir das nicht.
| Eigenschaft | Nützt wem | Beleg |
|---|---|---|
| Weiche Aufschlagfläche aus Polyurethan oder Horn | dem getroffenen Pferd oder Menschen | 64 Knochen, 34 Augenhöhlen [3][4] |
| Geringes Gewicht am Huf | dem tragenden Pferd über den Energieumsatz | 6 Pferde [8] |
| Kein Beschlag | beiden – sofern der Huf es ohne Schutz trägt | Horn ohne Bruch bei 8 m/s [3][4] |
Ob ein Pferd in der Herde überhaupt Hufschutz braucht, ist die erste Frage; die Zürcher Versuche sprechen für unbeschlagene Pferde, wo der Huf das erlaubt [4]. Wer Schutz braucht – wegen Abrieb, Fühligkeit oder Arbeit auf hartem Boden –, hat mit weichem Material an der Aufschlagfläche die zweitbeste Lösung für die Herdengenossen. Was barhuf leisten kann und wo die Grenzen liegen, haben wir unter Barhuf oder Hufschutz beschrieben.

Was haben Stollen und Gewinde in der Herde verloren?
Nichts – außer verschlossen. Ein Stollen ist ein Metallstift, der aus der Sohle ragt. Im Gelände gibt er Halt, in der Herde macht er aus einem weichen Beschlag einen harten Schlagkörper mit kleiner Spitze. Im Zürcher Fallversuch brachen unter der harten Fläche drei von vier Knochen [3]. Ein Stollen konzentriert dieselbe Energie auf eine noch kleinere Fläche.
Beim DynamixIHT sitzen die Gewinde für Stollen und Mikrospikes als eingelassene Messinggewinde im Trägerkörper. Für den Alltag in der Herde heißt das:
- Stollen und Mikrospikes nach dem Ritt herausdrehen. Kein Pferd geht mit Stollen zurück in die Gruppe – das gilt für jeden Beschlag mit Stollenlöchern, nicht nur für diesen.
- Leere Gewinde mit Schraubdeckeln verschließen. Sie halten Schmutz und Feuchtigkeit aus dem Gewinde; ein Insert erneuert ein ausgeschlagenes Gewinde, statt den ganzen Schuh zu ersetzen.
- Ganz ohne Metall am Huf: kleben. Die Klebelaschen ersetzen Nägel und seitliche Aufzüge. Was für Nageln und was für Kleben spricht, steht unter Hufschutz nageln oder kleben.
| Zustand des Hufschutzes | Was beim Tritt auftrifft | In der Herde |
|---|---|---|
| Polster aus Polyurethan, Gewinde mit Schraubdeckeln verschlossen | weiches Material | geeignet |
| Stollen oder Mikrospikes eingeschraubt | Metallspitze | vor dem Zurückstellen herausdrehen |
| Genagelt durch die vorgeformten Kanäle | Polster; Nagelköpfe liegen in den Kanälen | üblich – Nagelköpfe regelmäßig auf Abstehen prüfen |
| Geklebt mit Klebelaschen | kein Metall am Huf | geeignet |
Die Tabelle ist eine Einordnung nach Material, keine Messreihe. Gemessen wurden in Zürich Stahl, Aluminium, Polyurethan und Horn [3] – Stollen und Nagelköpfe wurden dort nicht geprüft.
Gewinde zu, Herde sicherer
Schraubdeckel verschließen die Messinggewinde des DynamixIHT, wenn keine Stollen gebraucht werden – Schmutz bleibt draußen, das Gewinde bleibt gängig.
Zu den Schraubdeckeln
Wie senken Sie das Trittrisiko in der Herde insgesamt?
Mit einer stabilen Gruppe, genug Platz und ruhigen Übergängen – der Beschlag kommt danach. In der Schweizer Erhebung fielen 18 Prozent der Biss- und Trittverletzungen mit einem Wechsel der Haltung zusammen, unabhängig davon, ob die Pferde dauernd oder nur zeitweise in Gruppen standen. Die Autoren nennen eine stabile Rangordnung und ein Haltungssystem mit ausreichend Platz als wichtigste Vorbeugung [2].
Die nordische Untersuchung an 61 Gruppen kommt von der anderen Seite zum selben Punkt: Die meisten neuen Verletzungen nach dem Zusammenstellen waren geringfügig, und Unterschiede hingen eher an der Rasse als an der Zusammensetzung nach Alter oder Geschlecht [5]. Gemischte Gruppen sind demnach machbar – wenn das Mischen selbst sorgfältig geschieht.
Zwei Zahlen gehören dazu. Warmblüter, Vollblüter und Araber hatten in der Schweizer Erhebung ein 4,3-fach höheres Risiko für Biss- und Trittverletzungen als andere Rassen [2]. Und 44 Prozent der nordischen Halter nannten das Füttern in der Gruppe als Schwierigkeit [6] – die Heuraufe aus dem Einstieg ist kein Zufall.
| Maßnahme | Warum | Beleg |
|---|---|---|
| Gruppe stabil halten, Wechsel selten und geplant | 18 Prozent der Verletzungen fielen mit einem Haltungswechsel zusammen | 2.912 Pferde [2] |
| Platz zum Ausweichen, keine Sackgassen | ausreichend Platz als wichtigste Vorbeugung genannt | 2.912 Pferde [2] |
| Mehrere Futterstellen, weit auseinander | Füttern in der Gruppe von 44 Prozent der Halter als Problem genannt | 3.229 Halter [6] |
| Rasse und Temperament beim Zusammenstellen berücksichtigen | 4,3-faches Risiko bei Warmblut, Vollblut, Araber; Islandpferde mit weniger neuen Verletzungen | [2][5] |
| Weiches Material am Huf, keine Stollen | Bruchwahrscheinlichkeit im Fallversuch 75 Prozent gegen 0 Prozent | 64 Knochen [3] |
Die Reihenfolge ist bewusst gewählt. Der Beschlag steht am Ende, weil er nur darüber entscheidet, wie der seltene Tritt ausgeht, der trotz allem trifft. Ob ein Pferd in der Gruppe barhuf gehen kann oder Schutz braucht, entscheidet der Huf, nicht der Wunsch – und das sieht der Hufschmied alle paar Wochen genauer als jeder Ratgeber.

FAQ – Häufig gestellte Fragen
Sind Trittverletzungen in der Gruppenhaltung häufig?
Nein, aber sie sind folgenreich. In einer repräsentativen Schweizer Befragung zu 2.912 Pferden betrafen Biss- und Trittverletzungen 1,7 Prozent der Tiere [2]. Wenn ein Tritt trifft, ist er jedoch die häufigste Ursache für Knochenbrüche: 43,6 Prozent von 1.144 Frakturen an der Zürcher Pferdeklinik gingen auf einen Tritt zurück [1]. Selten, aber schwer – diese Kombination macht Vorbeugung lohnend.
Ist ein Kunststoffbeschlag in der Herde wirklich sicherer als Eisen?
Im Fallversuch ja, und deutlich. Bei 8 m/s brachen unter Stahl 75 Prozent und unter Aluminium 81 Prozent von 64 Röhrenknochen, unter Polyurethan und Hufhorn keiner [3]. Geprüft wurde ein bestimmtes Polyurethan-System an Knochen im Labor, nicht der DynamixIHT und nicht das lebende Pferd. Die Richtung ist eindeutig, die Übertragung auf jeden Kunststoffbeschlag nicht automatisch.
Reicht ein leichter Beschlag, um Tritte zu entschärfen?
Nein. Aluminium ist leichter als Stahl und brach im Versuch nicht seltener [3]. Entscheidend ist, wie hart die Fläche ist, die den Knochen trifft. Geringes Gewicht nützt dem Pferd, das den Beschlag trägt – sechs Pferde verbrauchten mit 2,4 Kilogramm an den Hufen 6,7 Prozent mehr Energie [8]. Für das getroffene Pferd zählt das Material.
Dürfen Pferde mit Stollen in die Herde?
Nicht mit eingeschraubten Stollen. Ein Metallstift konzentriert die Energie eines Tritts auf eine kleine Spitze und hebt den Vorteil eines weichen Beschlags auf. Nach dem Ritt werden Stollen und Mikrospikes herausgedreht und die Gewinde mit Schraubdeckeln verschlossen. Das gilt für jeden Beschlag mit Stollenlöchern, nicht nur für den DynamixIHT. Gemessen wurde die Wirkung von Stollen beim Tritt bisher nicht.
Was schützt in der Herde mehr: die Haltung oder der Beschlag?
Die Haltung. 18 Prozent der Biss- und Trittverletzungen in der Schweizer Erhebung fielen mit einem Haltungswechsel zusammen; die Autoren nennen eine stabile Rangordnung und ausreichend Platz als wichtigste Vorbeugung [2]. Nach dem Zusammenstellen von 61 Gruppen waren die meisten neuen Verletzungen geringfügig [5]. Der Beschlag entscheidet erst, wie der seltene Tritt ausgeht, der trotzdem trifft.
Quellen
Quellen
- Donati et al., Equine Veterinary Journal 2018 – retrospektive Auswertung von 1.144 Frakturen mit bekannter Ursache, Pferdeklinik der Universität Zürich, 1990 bis 2014.
- Knubben et al., Equine Veterinary Journal 2008 – repräsentative Halterbefragung in der Schweiz, 2.912 Pferde, 231 Verletzungen.
- Sprick et al., Veterinary and Comparative Orthopaedics and Traumatology 2017 – Fallversuch mit Stahl-, Aluminium-, Polyurethan- und Hornkopf an 64 Speichen und Schienbeinen von Pferden, ex vivo.
- Joss et al., Veterinary and Comparative Orthopaedics and Traumatology 2019 – Fallversuch mit Stahl- und Hornkopf an 34 Augenhöhlen von Pferdekadavern.
- Keeling et al., Applied Animal Behaviour Science 2016 – Verletzungen nach dem Zusammenstellen von 61 Pferdegruppen in Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden.
- Hartmann et al., Journal of Animal Science 2015 – Online-Befragung von 3.229 Pferdehaltern mit 17.248 Pferden in vier nordischen Ländern.
- Stier et al., European Journal of Trauma and Emergency Surgery 2022 – 138 pferdebedingte Gesichtsfrakturen bei 71 Patienten eines deutschen Unfallzentrums, 2000 bis 2015.
- Wickler et al., Equine Veterinary Journal 2004 – 2,4 kg Zusatzlast am Rücken oder an den Gliedmaßen, 6 Pferde.