Der Noriker steht ruhig in der Stallgasse, aber das Aufhalten des Hinterbeins ist Arbeit. Jeder Huf ist so groß wie ein Suppenteller, der Behang hängt bis über die Krone, und unter dem Fell sieht man erst nach dem Auswaschen, wie die Haut darunter aussieht.
Wer ein Kaltblut, einen Friesen oder einen Andalusier hält, kennt die Frage: Gelten die Ratschläge für das Warmblut nebenan auch für mein Pferd? Beim Hufschutz lautet die ehrliche Antwort: zum Teil.
Ein schweres Pferd braucht keinen grundsätzlich anderen Hufschutz, aber eine genauere Prüfung: ob die Größe überhaupt passt, wie die Hufwand gebaut ist, was unter dem Behang passiert und wie lange der Huf zwischen zwei Terminen allein zurechtkommen muss.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Körpergewicht formt den Huf, nicht die Größe. Bei 63 Schulpferden wuchs die Hufbreite mit der Masse, mit der Widerristhöhe dagegen nicht [1].
- Die Hufwand des Kaltbluts ist anders gebaut. Bei 33 gesunden Kaltblütern war sie im Verhältnis zum Hufbein dicker als die Normwerte leichter Rassen [2].
- Nicht jeder Röntgenbefund ist ein Problem. Bei 32 jungen Ardennern waren die Hufknorpel mit gut zwei Jahren ausnahmslos verknöchert, ohne Zusammenhang mit Lahmheit [3].
- Die Größentabelle entscheidet, nicht die Rasse. Der DynamixIHT endet bei 160 Millimetern Breite. Wer darüber liegt, misst nach und fragt nach, statt zu probieren.
- Gewicht am Huf kostet jedes Pferd Energie. 2,4 Kilogramm an den Gliedmaßen erhöhten den Energieumsatz von sechs Pferden um 6,7 Prozent [4].
- Der Behang verdeckt, was die Haut tut. Bei 493 Rheinisch-Deutschen Kaltblütern senkten Weidegang und saubere Einstreu den Schweregrad des chronischen Lymphödems [5].
Der Zwei-Komponenten-Hufschutz Tragender Kern, dämpfende Polster an Tragrand und Trachten, in fünf Größen von 120 bis 160 Millimetern Breite.
Zum DynamixIHTprimeWas unterscheidet den Huf eines schweren Pferdes?
Vor allem die Last, die er tragen muss, und die Form, die er dadurch annimmt. Eine Messung an 63 Schulpferden in England fand: Je schwerer das Pferd, desto breiter Kronrand und Tragfläche. Die Widerristhöhe hatte keinen messbaren Einfluss. Schwere und große Pferde neigten außerdem zu steileren Hufen [1].
Die Autoren deuten das als Anpassung des Hornes an höhere Last. Ein Kaltbluthuf ist also nicht einfach ein vergrößerter Warmbluthuf, sondern ein anders belasteter.
Dazu kommen zwei Befunde, die beim Röntgen auffallen:
| Merkmal | Befund | Gruppe |
|---|---|---|
| Dicke der vorderen Hufwand im Verhältnis zur Hufbeinlänge | Mittelwert 0,33, Spanne 0,28 bis 0,39; bei leichten Rassen unter 0,30 [2] | 33 gesunde Kaltblüter |
| Verknöcherung der Hufknorpel | mit rund 28 Monaten bei allen Pferden vorhanden, kein Zusammenhang mit Lahmheit [3] | 32 Ardenner |
| Knochenzubildungen an Kron- und Hufbein | ab etwa einem Jahr, mit dem Alter zunehmend, mit Lahmheit verbunden [3] | 32 Ardenner |
Normwerte vom Warmblut lassen sich nicht einfach übertragen. Eine dickere Hufwand ist beim Kaltblut offenbar normal und kein Zeichen einer Hufrehe. Umgekehrt sind Zubildungen an den Zehenknochen kein harmloser Rassebefund.

Passt ein Kunststoff-Hufschutz überhaupt auf einen Kaltbluthuf?
Das hängt allein von den Hufmaßen ab, nicht von der Rasse. Der DynamixIHT wird in fünf Größen von 120 bis 160 Millimetern Breite gefertigt. Ob der Huf Ihres Pferdes in diesen Bereich fällt, lässt sich aus der Rasse nicht ablesen. Entscheidend ist das Maßband am eigenen Pferd, vor der Bestellung.
Die Maße stehen auf unserer Größentabelle:
| Größe | Breite | Länge mit vorderem Aufzug, Messart 1 | Stärke des Trägerkörpers |
|---|---|---|---|
| 120 | 120 mm | 128 mm | 12,1 mm |
| 130 | 130 mm | 139 mm | 12,2 mm |
| 140 | 140 mm | 149 mm | 12,3 mm |
| 150 | 150 mm | 162 mm | 14,1 mm |
| 160 | 160 mm | 174 mm | 14,2 mm |
Gemessen wird am frisch bearbeiteten Huf, an der breitesten Stelle und von der Hufspitze bis zum Trachtenende. Ein Huf, der zwischen zwei Größen liegt, braucht eine Entscheidung vor Ort, keine Schätzung aus dem Katalog.
Liegt Ihr Pferd über 160 Millimetern Breite, gibt es derzeit keine passende Größe. Ein zu kleiner Hufschutz trägt nicht auf der Hufwand, sondern auf der Sohle – genau das Gegenteil dessen, was er leisten soll. Schreiben Sie uns die Maße lieber vorab über das Kontaktformular.
Erst messen, dann bestellen
Die Größentabelle zeigt Breite, Länge mit Aufzug und Materialstärke aller fünf Größen – mit beiden Messarten und einer Skizze, wo das Maßband anliegt.
Zur Größentabelle
Warum zählt das Gewicht am Huf auch beim schweren Pferd?
Weil das Bein bei jedem Schritt beschleunigt und abgebremst wird, egal wie kräftig das Pferd ist. Sechs Pferde trugen 2,4 Kilogramm Zusatzgewicht entweder auf dem Rücken oder verteilt auf die Hufe. Am Huf stieg der Energieumsatz um 6,7 Prozent, auf dem Rücken um eine Größenordnung weniger [4].
Beim Kaltblut liegt der Gedanke nahe, etwas mehr oder weniger Masse am Huf falle bei einem so schweren Pferd nicht ins Gewicht. Der Effekt hängt aber nicht am Körpergewicht, sondern an der Position: Masse am Ende eines langen Hebels kostet bei jedem Schritt Kraft. Dazu kommt, dass ein Eisen für einen großen Huf entsprechend größer und schwerer ausfällt als eines für ein Reitpony.
Nach Angaben des Herstellers ist der DynamixIHT rund zwei Drittel leichter als ein vergleichbares Eisen. Unabhängig nachgewogen haben wir das nicht. Unabhängig gemessen ist dagegen, wie ein Polyurethan-Beschlag auf Asphalt wirkt: Bei vier Pferden bremste der Huf damit weniger schroff ab als mit blankem Stahl, die Tritte wurden länger [6]. Vier Pferde sind ein Hinweis, kein Beweis.
| Was zählt | Warmblut | Kaltblut |
|---|---|---|
| Gewicht des Eisens | wächst mit der Hufgröße | entsprechend höher |
| Energieaufwand für Masse am Huf | steigt messbar [4] | gleicher Mechanismus |
| Harte Wege, Fahrbetrieb | Aufprall auf Asphalt | Aufprall auf Asphalt mit größerer Masse |
Mehr zur Dämpfung im Huf steht in unserem Beitrag zur Stoßdämpfung am Pferdehuf.
Weniger Masse am Ende des Beins
Der DynamixIHTprime kombiniert einen tragenden Kern mit elastischen Polstern an Tragrand und Trachten, mit Strahlsteg und seitlichen Aufzügen gegen Verdrehen.
Zum DynamixIHTprime
Was bedeutet der Kötenbehang für Huf und Hufschutz?
Er verdeckt die Haut an Fessel und Krone, und genau dort entstehen bei schweren Rassen typische Probleme. Eine Übersichtsarbeit der Universität Bern beschreibt Rassen mit Behang und kräftigem Röhrbein als besonders häufig von Mauke betroffen, die Hinterbeine öfter als die Vorderbeine. Milbenbefall und eine gestörte Bakterienbesiedlung der Haut treten dabei gehäuft auf [7].
Beim Kaltblut kommt das chronische progressive Lymphödem hinzu, eine fortschreitende Schwellung mit Hautfalten und Knoten an den unteren Gliedmaßen. Die Tierärztliche Hochschule Hannover hat 493 Rheinisch-Deutsche Kaltblüter untersucht [5]:
| Faktor | Wirkung auf den Schweregrad |
|---|---|
| Weidegang | senkend |
| saubere Einstreu | senkend |
| Heulage und Kraftfutter im Winter | erhöhend |
| Hengste gegenüber Stuten und Wallachen | höher |
| Hufmaße | kein Zusammenhang gefunden |
Für den Hufschutz heißt das: Er muss die tägliche Kontrolle der Fesselbeuge zulassen. Ein Huf, der vor lauter Behang nur ertastet wird, verrät nicht, ob die Haut am Kronrand gereizt ist. Ausräumen, Behang anheben, die Haut ansehen – bei schweren Rassen gehört das zum Auskratzen dazu.
Schwellungen, Krusten oder Juckreiz an den Beinen gehören zum Tierarzt. Das Lymphödem gilt als nicht heilbar, Milben brauchen eine gezielte Behandlung, und Hufschutz kann daran nichts ändern. Er sollte aber so sitzen, dass er die Pflege nicht erschwert.

Worauf kommt es bei Friesen und anderen Barockpferden an?
Auf die Hornqualität an der weißen Linie und auf ein kurzes Bearbeitungsintervall. In einer niederländischen Erhebung an 942 Pferden hatten Friesen ein 3,2-fach höheres Risiko für eine verbreiterte weiße Linie als Warmblüter. Längere Intervalle zwischen den Hufterminen erhöhten dieses Risiko ebenfalls [8].
Die Studie wurde von zertifizierten Hufschmieden bei der regulären Bearbeitung erhoben. 85 Prozent aller untersuchten Pferde hatten mindestens einen Hufbefund, die meisten davon leicht [8]. Strahlfäule war mit 45 Prozent der häufigste, gefolgt von oberflächlichen Hornspalten [8].
| Befund | Was die Erhebung zeigte [8] |
|---|---|
| verbreiterte weiße Linie | Friesen 3,2-faches Risiko gegenüber Warmblut |
| Intervall acht bis zehn Wochen | 1,8-faches Risiko für verbreiterte weiße Linie, 4,8-faches für Sohlenquetschungen gegenüber wöchentlich |
| Strahlfäule | bei 45 Prozent, häufiger bei nassem Stallboden |
Eine verbreiterte weiße Linie ist die Stelle, an der Hufschutz Halt findet. Wer nagelt, braucht dort sauberes, festes Horn. Wer klebt, braucht eine tragfähige Hufwand. In beiden Fällen ist ein kurzes Intervall die beste Vorbeugung. An 26 Arbeitspferden verschob sich die Belastung schon innerhalb von vier bis sechs Wochen messbar nach hinten [9].
Wie Sie dem Strahl die Feuchtigkeit nehmen, steht in unserem Beitrag Strahlfäule vorbeugen.

Nageln oder kleben beim schweren Pferd?
Beides ist möglich, die Entscheidung hängt an der Hufwand und am Pferd. Kaltblüter haben im Verhältnis zum Hufbein eine dickere vordere Hufwand [2]. Das spricht nicht gegen das Nageln. Ein Pferd, das ein Bein nur kurz ruhig hält, spricht eher für die Variante mit weniger Arbeitszeit am aufgehobenen Huf.
Ein genagelter Beschlag hat einen Preis, der unabhängig von der Rasse gilt. An der Universität Gent weiteten sich die Trachten von acht Pferden unter einem konventionellen Eisen in allen Gangarten signifikant weniger als barhuf [10].
| Kriterium | Nageln | Kleben |
|---|---|---|
| Voraussetzung | festes Horn an der weißen Linie | tragfähige, trockene Hufwand |
| Zeit am aufgehaltenen Huf | kürzer | länger, Kleber braucht Zeit |
| Trachtenweitung | durch Nägel eingeschränkt [10] | abhängig von der Lage der Laschen |
| Bei verbreiterter weißer Linie | schwieriger | oft die bessere Wahl |
Was beim schweren Pferd zusätzlich zählt: Wer den Huf bearbeitet, braucht eine Haltung, die das Pferd lange genug durchhält, ohne sich gegen das aufgehobene Bein zu stemmen. Kurze Pausen helfen mehr als Kraft.
Die Vor- und Nachteile beider Wege haben wir in Hufschutz nageln oder kleben ausführlich gegenübergestellt.

FAQ – Häufig gestellte Fragen
Gibt es den DynamixIHT in Kaltblutgröße?
Die größte Größe ist 160 Millimeter breit und mit vorderem Aufzug 174 Millimeter lang. Ob ein schweres Pferd hineinpasst, zeigt nur die Messung, nicht die Rasse. Messen Sie den frisch bearbeiteten Huf nach den beiden Messarten der Größentabelle. Liegt er über 160 Millimetern, gibt es derzeit keine passende Größe, und ein kleinerer Hufschutz ist keine Lösung.
Braucht ein Kaltblut überhaupt einen Hufschutz?
Nicht automatisch. Viele schwere Pferde gehen barhuf, solange Hornqualität, Untergrund und Arbeit zusammenpassen. Gefragt ist Hufschutz vor allem bei viel Arbeit auf Asphalt, im Fahrbetrieb, bei starkem Abrieb oder fühligen Pferden. Die Entscheidung trifft der Blick auf den einzelnen Huf und seine Belastung, gemeinsam mit dem Hufbearbeiter – nicht die Rassezugehörigkeit.
Ist eine dicke Hufwand beim Kaltblut ein Zeichen für Hufrehe?
Nicht unbedingt. Bei 33 gesunden Kaltblütern lag das Verhältnis von vorderer Hufwanddicke zur Hufbeinlänge im Mittel bei 0,33, bei leichteren Rassen gelten Werte unter 0,30 als normal [2]. Röntgenbilder eines Kaltbluts sollten deshalb mit rassegerechten Werten beurteilt werden. Ob eine Hufrehe vorliegt, entscheidet der Tierarzt anhand von Befund und Bild, nicht ein einzelner Messwert.
Wie oft sollte der Huf eines Friesen bearbeitet werden?
Eher alle vier bis sechs Wochen als alle acht bis zehn. In der niederländischen Erhebung an 942 Pferden hatten Friesen ein 3,2-fach höheres Risiko für eine verbreiterte weiße Linie, und lange Intervalle erhöhten dieses Risiko zusätzlich [8]. An 26 Arbeitspferden veränderte sich die Belastung des Hufes bereits innerhalb von vier bis sechs Wochen messbar [9].
Schadet der Hufschutz bei Mauke oder Lymphödem?
Der Hufschutz selbst sitzt unterhalb der betroffenen Haut, kann die Erkrankung aber weder verursachen noch beheben. Wichtig ist, dass Sie Fesselbeuge und Kronrand täglich ansehen und sauber halten. Bei 493 Rheinisch-Deutschen Kaltblütern waren Weidegang und saubere Einstreu mit milderen Verläufen verbunden [5]. Schwellungen, Krusten und Juckreiz gehören in tierärztliche Behandlung.
Quellen
Quellen
- Leśniak et al., Journal of Equine Veterinary Science 2019 – Körpermasse, Widerristhöhe und Hufform, 63 Schulpferde, Hartpury University.
- Larsen et al., American Journal of Veterinary Research 2024 – Röntgenmessung der vorderen Hufwanddicke, 33 gesunde Kaltblüter.
- Lejeune et al., Journal of Veterinary Medicine Series A 2006 – Röntgenverlauf der Zehe vom Absetzen bis etwa 28 Monate, 32 Ardenner.
- Wickler et al., Equine Veterinary Journal 2004 – Energieumsatz mit 2,4 kg Zusatzlast an den Gliedmaßen, 6 Pferde.
- Sievers und Distl, Animals 2023 – Prävalenz und Risikofaktoren des chronischen progressiven Lymphödems, 493 Rheinisch-Deutsche Kaltblüter, Tierärztliche Hochschule Hannover.
- Moore, Zsoldos und Licka, Animals 2019 – Stahl gegen Polyurethan-Auflage auf Asphalt, 4 Pferde, Veterinärmedizinische Universität Wien.
- Gerber, Kaiser-Thom und Oesch, Journal of the American Veterinary Medical Association 2023 – Übersichtsarbeit zur Mauke, Universität Bern.
- Holzhauer et al., Preventive Veterinary Medicine 2017 – Hufbefunde und Risikofaktoren, 942 Pferde in den Niederlanden.
- Leśniak et al., Animals 2017 – Hufform vor und nach der Bearbeitung im 4–6-Wochen-Intervall, 26 Arbeitspferde.
- Brunsting et al., The Veterinary Journal 2019 – Trachtenweitung barhuf, mit konventionellem und geteiltem Eisen, 8 Pferde, 16 Vorderhufe, Universität Gent.